Wer dachte, Yeliz Koç hätte im Reality-TV schon jede Trennung, jeden Beef und jede Versöhnung durchgespielt, hat die Rechnung ohne RTL+ gemacht. Für das neue Format „Prominent verwandt“ soll die Reality-Dauerbrennerin ausgerechnet die Person ins Spiel bringen, die sie wirklich kennt: ihre Mutter. Berichte über die Teilnahme kursieren seit Monaten, RTL stellte die Teams laut Senderangaben bereits Ende November 2025 per Pressemitteilung vor.
Das Konzept ist schnell erklärt – und verrät einiges über den Zustand der Branche. „Prominent verwandt“ ist ein Ableger von „Prominent getrennt“, nur dass diesmal keine zerstrittenen Ex-Paare gegeneinander antreten, sondern Promis mit ihren Eltern oder Kindern. Die Familienteams kämpfen sich durch Challenges, spielen um Preisgeld und tragen, ganz nach Genre-Drehbuch, ihre ungelösten Konflikte vor laufender Kamera aus. Sieben Teams sollen dabei sein – das volle Line-up hält RTL bislang allerdings noch zurück.
Dass RTL hier ausgerechnet Yeliz Koç castet, ist kein Zufall. Ihre Stärke war im Reality-TV nie die laute Pointe, sondern die emotionale Offenheit – vom „Bachelor“ über „Kampf der Realitystars“ bis zur endlosen Jannik-und-Gerda-Saga, die das halbe Genre beschäftigt hat. Genau dieses Publikum, das Koç bislang vor allem als Single, als Ex und als Mutter ihrer Tochter kennt, bekommt nun eine neue Facette: die Tochter-Rolle. Eine Mutter mit ins Spiel zu bringen, ist da fast schon konsequent. Parallel soll Koç in diesem Frühjahr ohnehin schon bei „Kampf der Realitystars – Schiffbruch am Traumstrand“ zu sehen sein, berichten Branchenseiten.
Spannend ist vor allem der Trend dahinter: Nachdem die Ex-Paar-Formate weitgehend leergespielt sind, gräbt sich das deutsche Reality-TV jetzt eine Stufe tiefer in die Familienbande. Eltern-Kind-Dynamiken liefern garantiert Reibung, brauchen keine vorherige Beziehung zwischen Fremden – und sind emotional kaum zu toppen. RTL verdoppelt damit konsequent auf das, was zuletzt funktioniert hat: echte Beziehungen unter Stress. Ob das Format zur festen Marke wird oder als Eintagsfliege endet, dürfte stark davon abhängen, wie glaubwürdig die ausgetragenen Konflikte rüberkommen.
Trashticker-Einschätzung: „Prominent verwandt“ ist genau die Sorte Format, die auf dem Papier nach Gimmick klingt und im Schnitt trotzdem zünden dürfte – weil niemand so verlässlich an die Decke geht wie zwei Menschen, die sich seit Geburt kennen. Yeliz Koç mit ihrer Mutter ins Rennen zu schicken, ist klug gecastet. Ob daraus rührende Versöhnung oder spektakulärer Krach wird, ist fast egal: Beides schaut man. Wir warten gespannt auf den Starttermin.