Morgen ist es so weit: Das Finale der fünften Staffel „Prominent getrennt – Die Villa der Verflossenen“ geht auf RTL+ online, und irgendein Ex-Paar wird sich bis zu 100.000 Euro teilen müssen – mit genau dem Menschen, mit dem man nicht mal mehr eine Playlist teilen wollte. Das Wiedersehen folgt eine Woche später am 16. Juli. Bevor die letzte Entscheidung fällt, lohnt ein Blick darauf, warum diese Show seit fünf Staffeln so unaufgeregt zuverlässig funktioniert.
Die Antwort steckt im Casting-Prinzip. Beim „Sommerhaus der Stars“ muss das Drama erst mühsam entstehen – enge Räume, Alkohol, Spiele, warten. Bei „Prominent getrennt“ ist der Konflikt Teilnahmevoraussetzung. Acht Ex-Paare zogen diese Staffel in die Villa, und fast jede Trennung hat ihre eigene Vorgeschichte im Reality-Kosmos: Samira und Yasin Cilingir lernten sich 2019 bei „Love Island“ kennen, Aleks Petrovic und Vanessa Nwattu 2022 bei „Temptation Island VIP“, Tessa Bergmeier und Jakob Morgenstern zerbrachen nach dem „Sommerhaus“. RTL+ verwertet hier die eigene Formatgeschichte – jede Staffel Trash produziert die Trennungen, die zwei Jahre später den Cast der nächsten liefern. Ein geschlossener Kreislauf, ökologisch fast vorbildlich.
Dass die Rechnung aufgeht, bewies zuletzt Folge 10, in der es zwischen Tessa und Jakob ordentlich eskalierte – TV Movie sprach von einer regelrechten „Eskalation“. Der Clou des Formats: Die Teams müssen kooperieren, um Geld zu gewinnen. Nähe ist erzwungen, die Wunden sind echt, und die Kamera muss nur draufhalten. Kein anderes RTL+-Format bekommt so viel emotionale Fallhöhe für vergleichsweise kleines Produktionsbudget.
Trashticker-Einschätzung: „Prominent getrennt“ ist das leisere, aber klügere Geschwister des Sommerhauses. Keine Quotenrekorde, kein Boulevard-Dauerfeuer – dafür eine Drama-Maschine, die aus der Resterampe des Reality-Kosmos verlässlich Staffel für Staffel Konflikt destilliert. Wenn morgen die Entscheidung fällt, dürfte das Wiedersehen am 16. Juli ohnehin die eigentliche Abrechnung werden. Wir tippen: Es wird nicht versöhnlich.