Frauentausch ist seit 2003 die Schule der deutschen Reality-Soziologie. RTLZWEI tauscht zwei Mütter zwischen zwei Haushalten — meist zwischen Stadt und Land, Vegetarier und Fleischesser, akademisch und proletarisch — und schaut eine Woche zu, wie sich der Konflikt entwickelt.
Das Format ist Doku-Soap im Reinformat: kein Wettkampf, kein Voting, kein Preisgeld. Was es ist: ein systematisches Studium dessen, wie Menschen in völlig unterschiedlichen Lebensentwürfen koexistieren. Frauentausch hat die Vorlage geliefert, auf der später Goodbye Deutschland, Hartz-und-Herzlich und Promis bei Lidl aufbauen.
Reality-Karriere-Effekt: Die wenigsten Frauentausch-Teilnehmerinnen werden danach Reality-Stars. Dafür hat das Format Hunderte von Memes hervorgebracht — und die Zuschauerschaft generationenübergreifend etabliert. Wer von „Frauentausch“ spricht, bekommt sofort Wiedererkennen.
Trashticker-Einschätzung: Soziologisches Mutter-Format der billigen Stunde. Wirkt heute fast wie Anthropologie-Doku — und ist trotzdem unfassbar gucksüchtig.