Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! ist seit 2004 das Flaggschiff des deutschen Reality-Marktes. Was als billige Sommerlochfüllung gedacht war — zwölf C-Promis, ein Dschungel, ein Eimer Tierhoden — ist heute das einzige Format, das verlässlich Quoten jenseits der Drei-Millionen-Marke und Werbe-Tausenderpreise jenseits der dreißigtausend Euro abliefert.
Die Mechanik ist erstaunlich konstant geblieben: Camp-Setting in Australien (mit Corona-bedingten Südafrika-Intermezzos), tägliche Live-Show, Zuschauer-Voting, Dschungelprüfungen mit Kakerlaken und Pansen, Lagerfeuer-Geständnisse zwischen Reis und Bohnen. Was sich gewandelt hat: die Bewohner. Die Stunden-Gagen liegen für Headliner inzwischen bei einer Viertelmillion, IBES ist eine Investitionsentscheidung in die eigene Karriere geworden.
Sieger werden zu Marken, Verlierer werden zu Mahnungen. Wer durchhält und am Mikro nicht zu laut wird, darf danach zu RTL+ ins Sommerhaus, zu Goodbye Deutschland oder in eine eigene Doku-Soap. Wer das Camp meckernd verlässt, darf danach auf Promiflash erklären, warum eigentlich alle anderen unfair gespielt haben.
Trashticker-Einschätzung: Mutterformat, Pflichttermin, das Maß aller deutschen Reality-Karrieren.