Die Reality-Woche vor dem KDRS-Allstars-Finale am Sonntag hatte das Format einer kleinen Champions-League-Gruppenphase: zwei Senderfamilien, drei Trash-Abende und ein Publikum, das per Streaming-Klick entscheidet, wer was schauen darf. Ein Recap mit Branchenblick.
Dienstag & Mittwoch – KDRS Allstars (RTLZWEI / RTL+) baut den Finalbogen. Die Allstars-Staffel von „Kampf der Realitystars“ zieht im Endspurt sichtbar die Drehzahl an. RTLZWEI nutzt die letzten beiden Folgen vor dem Finale am 17. Mai, um Restbestände aus dem Cast nach Hause zu schicken, Allianzen zu sprengen und das Fan-Voting zuzuspitzen. Promiflash hatte schon am 11. Mai von einem „Paukenschlag“ berichtet, bei dem zwei Fanfavoriten überraschend rausflogen. Die Mittwochsfolge bestätigte den Trend: Wer das Publikum hatte, war nicht zwingend wer die Sala hatte. Linear bleibt das Format wackelig, im Stream auf RTL+ läuft es laut Sender weiter überdurchschnittlich – konkrete Zahlen will man traditionell erst nach dem Finale liefern.
Donnerstag – Realitystar Academy (ProSieben / Joyn) drückt mit Doppelfolge. Während RTLZWEI seinen Allstars-Spannungsbogen pflegte, schob ProSieben am 14. Mai um 22:50 Uhr direkt die Doppelfolge 9+10 der „Realitystar Academy“ hinterher. Inhaltlich pure Eskalation: Standpauke vom Sender nach der schon viel diskutierten Spuck-Episode aus den Vorwochen, dazu interne Bewertungsrunden, in denen Cast-Mitglieder erstmals offen aussortiert werden. Die Schiene ist klassisch: Joyn streamt vor, lineare Quote ist Bonus. Genau dort liegt der spannende Punkt – die Academy funktioniert messbar besser als reines Streaming-Asset denn als ProSieben-Late-Night-Block.
Was lief schief, was lief gut? KDRS Allstars hat das Problem, das jede „Allstars“-Variante hat: Wer die Originalstaffeln kennt, wartet auf die ikonischen Reaktionen – wer nicht, versteht nur die Hälfte. Drei Folgen vor Finale wirkte die Dramaturgie diese Woche aber dichter als noch im April. Die Academy wiederum verdient sich Respekt dafür, dass sie nicht versucht, KDRS zu kopieren, sondern ein eigenes Sortierraster anlegt – Schule, Noten, Rauswurfsystematik. Das ist redaktionell mehr Arbeit als „Sala, raus, Strand“, und das merkt man.
Trashticker-Einschätzung: Diese Woche war der bisher beste Beweis, dass parallele Reality-Slots in 2026 nicht mehr Konkurrenz sind, sondern Komplementär-Programm. KDRS Allstars liefert das gepflegte Drama mit Vergangenheits-Echo, die Realitystar Academy das laute Jetzt mit Strukturkante. Für den Sonntag erwarten wir ein Allstars-Finale, das emotional wieder die alten Staffel-Erinnerungen aufruft – und für die Academy eine Folge 11+12 nächste Woche, die ein, zwei Cast-Karrieren formal beenden dürfte.
Quellen: Promiflash (11.05.2026), Joyn / ProSieben Sendetermine, RTLZWEI Programm.