Während heute Abend halb Reality-Deutschland gebannt auf das Allstars-Finale bei RTLZWEI starrt, lohnt sich der Blick auf eine Frau, die bei solchen Formaten schon lange nicht mehr anrufen muss: Evelyn Burdecki. Die Dschungelkönigin von 2019 taucht in keiner Allstars-Staffel auf, zieht in kein Sommerhaus und boxt sich durch kein Fame Fighting. Und genau das ist die Geschichte.
Burdecki hat 2026 ein Portfolio, von dem die meisten ihrer früheren Mitcamper nur träumen können. Bei Sky und WOW läuft ihre eigene Doku-Soap „Being Burdecki“ – sechs Folgen, in denen sie zwischen Haussuche und Sinnsuche pendelt und die Frage stellt, wo sie eigentlich ankommen will. Das ZDF holte sie für „Das Traumschiff: Island“ vor die Kamera, bei „Grill den Henssler“ steht sie wieder am Herd, und im Februar mischte sie als Stargast den Wiener Opernball auf. Vom Dschungelthron aufs Staatsopern-Parkett – das muss man erst mal schaffen.
Die Branchen-Logik dahinter ist bemerkenswert: Burdecki hat den Sprung vom buchbaren Cast-Mitglied zur eigenen Marke geschafft – ein Karrierepfad, den vor ihr nur eine Handvoll Reality-Stars wie Daniela Katzenberger konsequent gegangen ist. Statt sich von Format zu Format reichen zu lassen, ist sie selbst das Format. Dass sie dabei auch unbequeme Themen nicht auslässt – zuletzt sprach sie bei Promiflash offen über ihre Fettleber-Diagnose und den verordneten Zuckerverzicht –, gehört zum Geschäftsmodell: Nahbarkeit ist ihre härteste Währung, und sie zahlt seit sieben Jahren zuverlässig ein.
Trashticker-Einschätzung: Evelyn Burdecki hat das Spiel verstanden, bevor die meisten anderen überhaupt die Regeln gelesen haben. Wer als Reality-Star überleben will, muss irgendwann aufhören, Kandidatin zu sein – und anfangen, die Show zu sein. Genau deshalb braucht sie kein Allstars-Finale: Ihr Finale läuft durchgehend, auf allen Kanälen, mit ihr in der Hauptrolle. Sollte sie doch irgendwann ins klassische Reality-TV zurückkehren, dann wohl nur zu ihren Konditionen – und vermutlich gleich mit eigener Kamera-Crew.