RTL hat diese Woche das große Rosen-Comeback inszeniert – und das Publikum hat höflich abgewunken. „Die Bachelors“ starteten am Mittwoch und Donnerstag mit einem Doppel-Auftakt um 20:15 Uhr in die neue Staffel, doch statt Frühlingsgefühlen gab es einen handfesten Quoten-Dämpfer: Gerade einmal 690.000 Zuschauer wollten zur Premiere sehen, wie Tim Reitz und Sebastian Paul in Kapstadt ihre ersten Rosen verteilen.
Die Zahlen im Detail tun weh: 3,7 Prozent Marktanteil im Gesamtpublikum, 6,8 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen – wie Meedia nach der Auftaktfolge bilanzierte, ein miserabler Start. Und Folge 2 am Donnerstag machte es nicht besser, im Gegenteil: Rund 660.000 Zuschauer und 6,3 Prozent in der Zielgruppe bedeuten einen Wert klar unter dem RTL-Senderschnitt. Digital Fernsehen attestiert dem Format bereits „ein echtes Quotenproblem“ und bringt das Bachelorette-Szenario ins Spiel – die Schwester-Show wurde nach ihrem Linear-Tief bekanntlich ins Streaming-Exil zu RTL+ verabschiedet.
Dabei liefert die Staffel inhaltlich durchaus, was das Genre verspricht: 22 Kandidatinnen, zwei Bachelors – und schon in Folge 2 das erste Knistern an der Teamgrenze. Beide Männer interessieren sich für Schornsteinfegerin Janette, Tim sicherte sie sich mit einer seiner letzten Rosen, und ein späterer Teamwechsel scheint laut OK Magazin keineswegs ausgeschlossen. Die Drama-Architektur des Doppel-Bachelor-Konzepts funktioniert also. Nur: Es schaut kaum noch jemand linear zu, wenn sie zündet.
Auch RTLZWEI hatte am Mittwoch seinen Reality-Moment: Das Free-TV-Finale von „Kampf der RealityAllstars“ lief laut TV Wunschliste durchwachsen – wenig überraschend, denn wer das Ergebnis wissen wollte, kannte es von RTL+ längst. Sieger Sam Dylan nahm Titel und 40.000 Euro mit und setzte danach den sympathischsten Schlusspunkt der Woche: Wie t-online berichtete, verschenkte er 10.000 Euro seines Gewinns, je 2.000 an seine fünf Mitfinalisten um Kate Merlan und Sarah Knappik.
Trashticker-Einschätzung: Das Problem dieser Woche ist nicht das Format, sondern das Fenster. Das Reality-Kernpublikum streamt längst, und lineare Premieren sind nur noch das Schaufenster – das zeigt der Bachelors-Auftakt genauso wie das nachgereichte Allstars-Finale. Sollte RTL die Kurve nicht stabilisieren, dürfte diese Staffel als letzter linearer Rosen-Sommer in die TV-Geschichte eingehen. Für Trash-Fans ist die spannendere Frage daher gerade nicht „Wer kriegt die letzte Rose?“, sondern: Wer kriegt überhaupt noch einen Sendeplatz?