Kommenden Dienstag erscheint Folge 12, am 16. Juni folgt das Finale, eine Woche später das Wiedersehen – Temptation Island biegt auf die Zielgerade ein. Und dabei fällt eine Sache auf, über die kaum jemand spricht: Die achte Staffel des Fremdgeh-Klassikers hat keinen einzigen TV-Sendeplatz. Kein VOX-Slot, kein RTLZWEI-Nachschlag, nichts. Seit dem Start am 24. März läuft alles exklusiv auf RTL+, jeden Dienstag eine neue Folge. Und ehrlich: Vermisst hat das lineare Fernsehen offenbar niemand.
Dabei ist die Staffel alles andere als ereignisarm. Vier Paare zogen auf Kreta in getrennte Villen, umgeben von jeweils elf Verführerinnen und Verführern. Janin Ullmann übernahm als erste Moderatorin überhaupt eine reguläre Normalo-Staffel. Und mit Charleen lieferte die Staffel einen echten Ausnahme-Moment: Die 21-Jährige brach nach Folge 6 freiwillig ab, weil sie die Bilder ihres Freundes Etienne nicht mehr ertragen konnte – ein Abgang, den es in dieser Form im deutschen Ableger noch nicht gab.
Warum also kein TV? Die Branchen-Logik ist ziemlich klar. Formate wie Temptation Island sind für RTL+ Abo-Maschinen: Wöchentliche Drops statt Binge halten zahlende Kundschaft über drei Monate bei der Stange, und die Zielgruppe unter 30 schaltet ohnehin kein lineares Programm mehr ein. Ein TV-Slot würde dem Abo sogar Argumente nehmen. Dazu kommt die Produktions-Pipeline: Während die Normalo-Staffel noch läuft, wird auf Kreta bereits Temptation Island VIP für den Herbst gedreht. Dieselben Villen, dieselbe Crew, durchlaufender Betrieb – effizienter bekommt man Reality kaum produziert.
Trashticker-Einschätzung: Temptation Island ist das Modell dafür, wohin RTL sein Reality-Portfolio schiebt. Linear bleibt den großen Lagerfeuer-Formaten wie dem Dschungelcamp vorbehalten, alles andere wandert hinter die Bezahlschranke – mit Wochenrhythmus als Abo-Kleber. Dass ausgerechnet das Fremdgeh-Format dabei zur Blaupause wird, ist fast schon poetisch: Treue wird hier eben doch belohnt, zumindest die zum Streaming-Abo.