Wer diese Woche das Reality-Fernsehen verfolgt hat, durfte sich gleich zweimal vom Finalfieber anstecken lassen: Den Auftakt machte am Dienstag Temptation Island, den Schlusspunkt setzte am Donnerstag Désirée Nicks Realitystar Academy. Dazwischen lag ein erstaunlich ruhiger Mittwoch – fast so, als wollte die Trash-Branche zwischen zwei Knallern kurz Luft holen.
Bei Temptation Island ging Staffel 8 am finalen Lagerfeuer in die Vollen. Lisa und Marcel sowie Loucia und Dominik verließen das Paradies tatsächlich als Paar – eine kleine Sensation in einem Format, das eher fürs Trennen als fürs Zusammenbleiben gebaut ist. Melina dagegen zog gegenüber Jonathan einen Schlussstrich, weil ihr der nötige Respekt fehlte, während Momo und Jonathan vor allem mit fragwürdigem Verhalten im Gespräch blieben. Das große Wiedersehen, das traditionell die wahren Abgründe offenlegt, soll bereits kommende Woche folgen – erfahrungsgemäß halten dort selten alle Bekenntnisse vom Lagerfeuer. Damit endete eine Staffel, die vor allem von Misstrauen, nächtlichen Flirtversuchen und reichlich Tränen lebte – und am Ende doch mehr Treue zeigte als erwartet.
Am Donnerstag schloss dann die erste Staffel der Realitystar Academy ihre Pforten. In der Doppelfolge „Freund oder Feind?“ und „Die große Diplomvergabe“ zelebrierte Direktorin Désirée Nick – assistiert von Gigi Birofio – noch einmal ihren herrlich strengen Lehrerinnen-Modus. 18 Reality-Newcomer hatten sich über die Staffel durch Prüfungen und blaue Briefe gekämpft; wer am Ende bestand, sollte nicht nur das „Diplom“, sondern auch eine goldene Wildcard für Forsthaus Rampensau Germany abräumen. Den finalen Gewinnernamen hielt ProSieben bis zuletzt unter Verschluss – ein dramaturgischer Klassiker, der die Joyn-Abrufe sicher nicht schmälert. Für ProSieben und Joyn war die erste Staffel ein Experiment: ein Reality-Format, das seine eigenen Nachwuchs-Stars erst produziert – und das Konzept ging dank Nicks pointierter Strenge erstaunlich gut auf.
Der Mittwoch blieb derweil weitgehend finalfrei, was den Social-Media-Lärm aber kaum bremste. Auf Joyn und RTL+ liefen die beiden Finalwochen-Formate als Streaming-Events, und in den Kommentarspalten lieferten die üblichen Verdächtigen schon mal Nachschub fürs nächste Drama. Konkrete Quoten zu den linearen Ausstrahlungen lagen zum Redaktionsschluss noch nicht vor – bei beiden Formaten läuft die Musik ohnehin längst im Stream.
Trashticker-Einschätzung: Zwei Finals in einer Woche, dazwischen Funkstille – das ist Sommer-Trash in Reinform. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet Temptation Island, das Format des Misstrauens, gleich zwei intakte Paare entließ. Und Désirée Nicks Academy beweist, dass selbst ein Newcomer-Format funktioniert, wenn man ihm eine echte Bühnenfigur als Direktorin gibt. Die Sommerpause dürfte kurz werden.