Eigentlich sollte es ein nostalgischer Wohlfühl-Sonntag werden: 90er-Motto im ZDF-Fernsehgarten, dazu ein Segment zum 30. Geburtstag von Pokémon. Zwei Sammlerinnen präsentierten am 12. Juli ihre Schätze, darunter die „Pikachu World Collection“ – neun Karten, bedruckt in verschiedenen Sprachen. Andrea Kiewel kommentierte die Karten launig mit „Bonjour“ und „Ciao“, doch bei der japanischen Karte griff sie daneben: Sie erklärte sie kurzerhand zur chinesischen und kommentierte sie mit „Ching Chong Chang“. Der Aufschrei im Netz folgte prompt – und richtete sich schnell nicht nur gegen die Moderatorin, sondern auch gegen den Sender.
Knapp 24 Stunden später reagierte das ZDF – allerdings nicht per Pressemitteilung, sondern mit einem Statement in der Kommentarspalte des Fernsehgarten-Instagram-Accounts. Die Äußerung sei „der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint“ gewesen, Kiewel „bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür“, heißt es dort. Vielen Nutzern reicht das nicht: Das Statement gehe zwischen hunderten Kommentaren unter, und Kiewel selbst habe sich bislang nicht geäußert. Auch auf Nachfrage von TV Movie schickte das ZDF laut dem Medium lediglich denselben Wortlaut noch einmal.
Trashticker-Take: Dass eine Live-Moderatorin mit jahrzehntelanger Sendungserfahrung über ein „Ching Chong Chang“ stolpert, ist das eine – solche Sprüche sollten 2026 schlicht nicht mehr passieren. Dass der Sender die Entschuldigung dann aber so tief in der Kommentarspalte vergräbt, dass man sie mit der Lupe suchen muss, ist Krisen-PR aus dem Lehrbuch – dem Kapitel „So bitte nicht“. Wer sich entschuldigen will, stellt sich hin. Kiewels eigene Worte stehen weiter aus.