Es gibt Reality-Karrieren, die von einem einzigen Triumph leben. Und dann gibt es Menderes Bağci, dessen Laufbahn ausgerechnet auf dem Scheitern gebaut ist – und der 2026 genau deshalb so populär ist wie selten zuvor.
Der 41-Jährige stellte sich über die Jahre immer wieder der DSDS-Jury: Er sang, wurde abgelehnt, kam wieder. Ins große Live-Finale schaffte er es nie. Doch statt zur Fußnote zu werden, wurde Menderes zum Herz der Show – der Kandidat, dem man den Erfolg gönnt, weil er niemals aufgibt. Den Dschungelthron holte er sich später trotzdem: Als Dschungelkönig bewies er, dass Ausdauer im Trash-TV die härteste Währung ist. Ein klassischer Chart-Erfolg war ihm zwar nie vergönnt, dafür etwas Selteneres – echte Zuneigung.
2026 ist Menderes so präsent wie eh und je. Zu Jahresbeginn zog er bei „Promis unter Palmen“ ein (Start am 16. Februar auf Sat.1), spielte dort um 50.000 Euro und schied in Folge vier aus – die Staffel gewann am Ende Franziska Temme. Schon im Februar hatte er nebenbei mit einer Prognose für Schlagzeilen gesorgt: Menderes sagte den Dschungel-Sieg von Gil Ofarim voraus und behielt recht. Wenn er nicht vor der Kamera steht, tritt er als Sänger regelmäßig auf Mallorca auf und pendelt zwischen Insel und Festland.
Den größeren Moment lieferte er aber im Mai. Beim DSDS-Finale am 9. Mai trat er mit „You Can Get It“ auf – jenem Bohlen-Song, mit dem Mark Medlock 2007 als Superstar gefeiert wurde. Ausgerechnet der Mann, der es nie ins Finale schaffte, stand nun auf der Finalbühne. Die Reaktion war eindeutig: Während offiziell noch andere um den Titel sangen, kürten zahlreiche Nutzer auf X Menderes zum heimlichen Star des Abends. „Superstar“-Rufe für den einstigen Dauerkandidaten – eine Pointe, die sich keine Drehbuchredaktion hätte ausdenken können, wie Promiflash festhielt.
Trashticker-Einschätzung: Menderes ist der lebende Beweis, dass Sympathie im Reality-TV länger hält als jeder Sieg. Er hat nie den Titel geholt, den er wollte – und genau dieses ehrliche, hartnäckige Scheitern hat ihn unantastbar gemacht. Wer 2026 fragt, was aus dem DSDS-Pechvogel wurde, bekommt eine überraschende Antwort: Er ist längst keiner mehr, sondern der Entertainer, den das Publikum am Ende doch gewinnen lässt.