Verona Pooth hat ihre Luxus-Villa wieder aufgeschlossen – und Sat.1 hätte sich den Empfang vermutlich etwas rauschender gewünscht. Die zweite Staffel von „Villa der Versuchung“ startete am 3. August unter dem Titel „Die Villa der Exzesse: Von Luxus, Schnorrern und Sparfüchsen“. Das Prinzip ist unverändert: 14 Promis ziehen für zwei Wochen ins Paradies, jeder Griff nach Komfort kostet Geld aus dem gemeinsamen 250.000-Euro-Topf. Die Idee funktioniert – nur das Publikum zieht (noch) nicht mit.
Denn die Zahlen sind ernüchternd. Rund 690.000 Menschen schalteten den Auftakt ein, davon etwa 180.000 Werberelevante – laut DWDL der schwächste Start, den das Format je hingelegt hat. Zum Vergleich: Die Premiere von Staffel 1 hatte 2025 noch 850.000 Zuschauer angelockt. Das tiefe Sommerloch und die parallele Streaming-Ausstrahlung bei Joyn erklären einen Teil des Rückgangs, doch ein einstelliger Marktanteil bleibt für eine beworbene Reality-Neuauflage eine bittere Ansage.
Auf dem Bildschirm läuft es dafür genau so eskalativ wie geplant. Schon nach anderthalb Tagen waren 65.000 Euro weg – ein Viertel des Preisgeldes, verjubelt für Betten, Essen und Bequemlichkeit. Beim ersten „Kopfgeld“-Spiel mussten die Stars ihren eigenen Marktwert verteidigen, und am Ende von Folge 1 traf es bereits den ersten Kandidaten. Für Zündstoff sorgt ein Cast, der genau dafür gebucht wurde: Sommerhaus-Gesicht Tommy Pedroni, der erste „Prince Charming“ Nicolas Puschmann, Jenny Elvers, Moderator Paddy Kroetz und Reality-Dauerbrenner Thorsten Legat, der Konflikte bekanntlich nicht lange sucht.
An diesem Montag um 20:15 Uhr steht in Sat.1 und bei Joyn Folge 2 an – der eigentliche Härtetest. Denn ob eine Auftakt-Delle zum Trend wird, entscheidet sich erst in Woche eins, wenn die Neugier weg ist und nur noch das Drama trägt.
Trashticker-Einschätzung: „Villa der Versuchung“ macht inhaltlich alles richtig – Geld weg, Egos laut, Rauswurf früh. Das Problem ist nicht das Format, sondern der Sendeplatz mitten im Hochsommer, wo halb Deutschland auf dem Balkon statt vor dem Fernseher sitzt. Wenn Sat.1 die Nerven behält und die Streaming-Zahlen mitzählt, kann aus dem holprigen Start noch ein solider Slow-Burner werden. Wenn nicht, wird Verona schneller ausräumen, als ihr lieb ist.