Es gibt Reality-Paare, die man kommen sieht – und dann gibt es Olivia Attwood und Pete Wicks. Die „Love Island“-Ikone von 2017 und der Dauerbrenner aus „The Only Way Is Essex“ sollen laut Promiflash seit dem Sommer offiziell ein Paar sein. Was nach beiläufiger Klatschmeldung klingt, ist in Wahrheit ein kleines Lehrstück darüber, wie das britische Reality-System seine Gesichter am Laufen hält.
Attwood, damals mit Chris Hughes auf Platz drei der dritten „Love Island“-Staffel gelandet, gehört zu den haltbarsten Gewächsen des Formats. Aus dem Grid-Girl von den Rennstrecken wurde erst ein „TOWIE“-Stammgast, dann eine gefragte Doku-Macherin und Talk-Rundenbesetzung. Selbst ihr überraschend früher „I’m a Celebrity“-Abgang 2023 – aus medizinischen Gründen – konnte den Aufwärtstrend nicht bremsen. Wer wissen will, wie man aus drei Wochen Datingshow eine Dauerkarriere baut, studiert am besten ihren Lebenslauf.
Umso pikanter, dass ausgerechnet sie sich nun mit Pete Wicks zusammentut, dem tätowierten Urgestein aus dem „TOWIE“-Kosmos. Zwei ITV-Universen, die jahrelang parallel liefen, verschmelzen damit zu einem einzigen Content-Kraftwerk. Vorausgegangen war laut Promiflash das Aus ihrer Ehe mit Fußballer Bradley Dack; öffentlich gemacht wurde die neue Beziehung demnach im Juli. In einem Instagram-Vlog soll Attwood zuletzt sogar über eine erneute Brust-OP nachgedacht haben – ein Detail, das die Boulevardpresse dankbar aufgriff, das aber vor allem zeigt, wie selbstverständlich das Private hier zum Sendematerial wird.
Wicks selbst ist längst mehr als nur „TOWIE“-Beau: Über Podcasts, „Celebs Go Dating“ und einen vielbeachteten Auftritt bei „Strictly Come Dancing“ hat er sich vom Reality-Sidekick zum Mainstream-Liebling gewandelt. Genau das macht die Verbindung so anschlussfähig. Hier treffen keine zwei Newcomer aufeinander, die ihren Marktwert erst noch beweisen müssen, sondern zwei durchoptimierte Marken, die genau wissen, welche Fotos, welche Andeutungen und welche Vlogs die Klick-Maschine füttern. Für deutsche Zuschauer, die „Love Island“ vor allem in der heimischen RTL+-Variante kennen, ist das ein Blick auf die Liga, in der das Format-Mutterland seit Jahren spielt.
Trashticker-Einschätzung: Man kann die Personalie als reine Herz-Schmerz-Meldung lesen – oder als das, was sie eigentlich ist: ein Beleg für die erstaunliche Recycling-Fähigkeit des britischen Reality-Betriebs. „Love Island“ liefert die Gesichter, „TOWIE“ liefert die Bühne, und wenn beide Welten sich verlieben, entsteht Reichweite quasi im Doppelpack. Attwood beherrscht dieses Spiel besser als fast jede andere Absolventin ihrer Staffel. Ob die Beziehung hält, ist fast zweitrangig – die Erzählung läuft längst.