Kaltstart im Urwald: Joyn hat am Donnerstagvormittag die ersten Details zum Auftakt von „Surviving Amazonas – Die Prüfung der Shanenawa“ verschickt – und die lesen sich weniger nach Spielshow als nach Grenzerfahrung. Noch vor der ersten Nacht steht eine Reinigungszeremonie mit Rapé an, einer Pflanzenmischung, die in die Nase gepustet wird. Creator Lezán beschreibt das Ergebnis in der Mitteilung als „eine Mischung aus Seekrankheit, Kopfschmerzen und Lungenentzündung“, Comedian Parshad Esmaeili kamen nach eigenen Worten die Tränen. Und Extremsportler Joey Kelly, wahrlich kein Weichei, sagt: „So einen Schweiß hatte ich noch nie in meinem Leben.“
Das Format schickt acht Prominente für zehn Tage zu den Shanenawa in den brasilianischen Amazonas: schlafen in Hängematten, leben nach den Regeln des Stammes, Rituale inklusive. Neben Kelly und Esmaeili sind Lilly Becker, Gina Rühl, Antonia Hemmer, Willi Banner, Lezán und How2Shirli dabei. Wer sich als würdig erweist, bekommt am Ende einen eigenen indigenen Namen – das ist hier die Währung, nicht der Scheck.
Und damit ist der eigentlich spannende Punkt schon benannt: „Surviving Amazonas“ verzichtet auf den Mechanismus, der deutsches Reality-TV sonst zusammenhält. Kein Zuschauervoting, kein Preisgeld, keine Nominierungsrunde. Stattdessen entscheidet der Blick des Dorfes, ob die Gäste bestanden haben – und Medizinmann Vawinawa klingt in der Pressemitteilung schon an Tag eins mäßig überzeugt: „Das war schon ein kleines Desaster, wie die Anwärter reagiert haben.“ Genau da liegt das Risiko: Ohne Spielrahmen muss die Show entweder ehrlich dokumentarisch werden oder sie kippt in Promi-Leiden als Selbstzweck. Ab Dienstag wissen wir, welche der beiden Varianten Joyn gebaut hat.