Am Mittwoch, 23. September, schickt RTLZWEI die dritte VIP-Staffel von „Love Island“ um 20:15 Uhr auf Sendung. Sylvie Meis moderiert wieder, die Villa steht in Griechenland, und wer nicht warten will, findet die Folgen jeweils sieben Tage vorher bei RTL+. So weit, so Routine. Der eigentliche Eingriff steckt in der Gästeliste: Zum ersten Mal besteht der Cast nicht komplett aus Reality-Bekanntheiten. Neben Jannik Kontalis, Eva Benetatou, Bachelor Martin Braun, Camelia Minicuta, Paco Herb und Tim Kühnel ziehen fünf Menschen ein, die noch nie in einem Reality-Format waren – darunter YouTuber RayFox, Motorrad-Influencer Nico Bussmann und Basketballer David Schütz.
Das klingt nach Casting-Laune, ist aber Bestandsverwaltung. Der deutsche Reality-Promipool ist überschaubar, und RTLZWEI beansprucht davon gerade besonders viel: „Der Promihof“ geht weiter, ein „CoupleChallenge“-Spin-off ist angekündigt, „Kampf der RealityAllstars“ holte zum Start laut DWDL im Schnitt 630.000 und 710.000 Zuschauer. Dazu kommen Sommerhaus, Villa der Versuchung und AYTO bei der Konkurrenz. Wenn dieselben vierzig Gesichter durch alle Formate rotieren, kennt das Publikum die halbe Beziehungsgeschichte, bevor die erste Kerze brennt – und davon lebt eine Kuppelshow nun einmal nicht.
Die Zahlen geben dem Sender dabei Rückendeckung: Die vorige VIP-Staffel kam auf 4,9 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen, bei den 14- bis 29-Jährigen sogar auf 11,1 Prozent. Das ist kein Rettungsprojekt, sondern eine funktionierende Marke, an der man vorsichtig schrauben kann. Die Neulinge sind dabei doppelt nützlich: Sie kosten weniger als etablierte Reality-Gagen, und wer sich in der Villa bewährt, ist im nächsten Jahr selbst ein Name für „Promihof“ oder „Kampf der Realitystars“. „Love Island VIP“ wird damit nebenbei zur Nachwuchsakademie des eigenen Portfolios.
Trashticker-Einschätzung: Der Mix ist die klügste Idee, die eine deutsche VIP-Kuppelshow seit Längerem hatte – vorausgesetzt, RTLZWEI hält die Neulinge nicht als Statisten. Das Risiko liegt nicht bei den Unbekannten, sondern bei den Profis: Wer weiß, wie eine Villa funktioniert, spielt anders als jemand, der zum ersten Mal eine Kamera im Schlafzimmer hat. Wird dieses Gefälle zum Thema der Staffel, hat der Sender ein Format mit echter Fallhöhe. Wird es ignoriert, ist es die dritte Staffel wie die zweite – nur mit fünf zusätzlichen Namen.