VOX macht es offiziell: „Goodbye Deutschland“ wird 20, und gefeiert wird standesgemäß im eigenen Sendeplatz-Wohnzimmer. Vom 20. Juli bis zum 10. August laufen vier Jubiläums-Specials, immer montags um 20:15 Uhr – drei neue Folgen und ein Best-of, für das ausgerechnet Daniela Katzenberger zurückkehrt. Den Auftakt macht ein Zweistünder mit Wiedersehen bei Langzeit-Auswanderern auf vier Kontinenten.
Die Doku, die nie ein Star-Format sein wollte
Seit dem Start am 15. August 2006 hat die Kamera rund 1.900 Auswanderungen begleitet, über 1.000 Filme sind daraus geworden. Und nebenbei ist etwas passiert, das kein Sender so geplant hatte: Die Auswanderer-Doku wurde zur zuverlässigsten Star-Schmiede des deutschen Reality-TV. Daniela Katzenberger wurde hier von der rosa Kuriosität zur eigenen Marke mit Café, Büchern und Dauerpräsenz. Die Reimanns bauten sich von Texas aus ein eigenes TV-Imperium. Jens Büchner ging den Weg von der Faneteria bis ins Dschungelcamp. Kein Castingformat mit Jury und Callback hat so treffsicher Personal geliefert wie eine Doku, die eigentlich nur Menschen beim Kofferpacken zusehen wollte.
Dass VOX genau jetzt feiert, ist kein Zufall. Die Branche setzt seit zwei Jahren massiv auf bekannte Gesichter statt neuer Castings – Allstars-Staffeln, wohin man schaut. Das Jubiläum spielt dieselbe Karte, nur in der Doku-Variante: Wiedersehen statt Neuanfang, Nostalgie statt Casting-Roulette. Dazu kommt ein Sommerloch, in dem verlässliche Marken Gold wert sind – die neuen Folgen dürften dafür genau das richtige Maß an vertrautem Drama liefern.
Trashticker-Einschätzung: „Goodbye Deutschland“ ist das ehrlichste Reality-Format im deutschen Fernsehen, weil das Drama nicht produziert werden muss – Existenzgründung, Scheitern und Neuanfang schreiben die Drehbücher von selbst. Wenn VOX klug ist, bleibt es nicht bei vier Nostalgie-Abenden: Ein festes „Was wurde aus…“-Format wäre die logische Fortsetzung – das Archiv mit 1.000 Filmen liegt ja schon da.