Während das lineare Fernsehen den Sommer verschläft, hat RTL+ dem Freitagabend still ein Ritual verpasst: Jede Woche eine neue Folge „Ex on the Beach“, seit dem Staffelstart am 29. Mai. Heute steht Folge 8 an – und damit rechnerisch die Halbzeit der auf 18 Folgen angelegten siebten Staffel. Wer das Format kennt, weiß: Genau hier kippen die Staffeln traditionell vom Kennenlern-Modus in den Eskalations-Modus.
Die Ausgangslage in der Villa in Mexiko ist dafür wie gemalt. Gigi Birofio ist zum dritten Mal im Format – ein Rekord, der viel über die Branchenlogik erzählt: RTL+ bucht keine Fremden mehr, sondern wiederkehrende Figuren mit eingebauter Vorgeschichte. Gigi muss nicht mehr vorgestellt werden, seine Marke ist das Chaos, und die Produktion kann jede seiner Annäherungen mit zwei Staffeln Archivmaterial aufladen. Das ist billiger als Casting-Roulette und verlässlicher als jeder Newcomer. Für Gigi selbst ist es die Chance, nach zwei chaotischen Durchläufen endlich einen Staffel-Bogen zu Ende zu erzählen – oder eben spektakulär daran zu scheitern, was aus Sicht der Redaktion vermutlich die noch bessere Story wäre.
Noch spannender ist die Konstellation um Chris Broy. Der Kölner gehört zu den meistbeschäftigten Gesichtern der Szene, und laut Vorberichten könnten mit Bella und Gabriela gleich zwei seiner Ex-Partnerinnen in der Villa auftauchen. Falls die Produktion diesen doppelten Ex-Moment tatsächlich für die zweite Staffelhälfte aufgespart hat, wäre Folge 8 der logische Zündzeitpunkt: spät genug, dass Allianzen bestehen, früh genug, dass zehn Folgen zum Ausschlachten bleiben.
Und die Wochen-Taktung? Die ist kein Zufall, sondern Strategie. Anders als beim Binge-Drop hält der Freitags-Rhythmus die Kommentarspalten sieben Tage lang warm – jede Folge bekommt ihre eigene Empörungswoche. Dass Netflix und Co. beim Reality-Genre inzwischen ähnlich takten, zeigt: Trash funktioniert als Lagerfeuer, nicht als Lager.
Trashticker-Einschätzung: Folge 8 dürfte die Folge sein, auf die diese Staffel hingeschrieben wurde. Wenn die Ex-Karte Chris Broy heute nicht gespielt wird, dann spätestens nächste Woche – die Dramaturgie-Uhr tickt hörbar. Einschalten lohnt sich heute mehr als in den letzten drei Wochen zusammen.