Noch knapp zwei Wochen, dann verwandelt Sat.1 seinen Montagabend in eine einzige große Willensstärke-Prüfung. Am 3. August startet um 20:15 Uhr die zweite Staffel von „Villa der Versuchung“, und kaum sind die letzten Verlockungen verhandelt, geht es um 22:15 Uhr nahtlos weiter mit „Dschungel Divas – Jede Versuchung kostet“. Zwei Shows, ein Abend, eine Mechanik – das ist kein Zufall, das ist Strategie.
Die Parallelen sind kaum zu übersehen. In der Villa versuchen 14 Promis – darunter Jenny Elvers und Dauerbrenner Thorsten Legat –, den täglichen Angeboten von Gastgeberin Verona Pooth zu widerstehen: Wer schwach wird und sich etwa einen Airfryer Deluxe oder ein Extra-Schlafzimmer gönnt, dem schmilzt das gemeinsame Preisgeld von 250.000 Euro. Bei den „Dschungel Divas“ tauschen zehn luxusverwöhnte Reality-Frauen – unter anderem Micaela Schäfer, Giulia Siegel, Kate Merlan und Janina Youssefian – High Heels gegen Moskitos, während Beauty-Behandlungen und Schaumbäder vom Topf mit bis zu 100.000 Euro abgezogen werden, wie DWDL.de zur Cast-Verkündung berichtete.
Die Branchen-Logik dahinter: Sat.1 hat im Reality-Bereich seit Jahren wenig Eigenes, das verlässlich funktioniert – der große Herbst-Trumpf heißt weiterhin „Promi Big Brother“. Statt im Sommer zwei unterschiedliche Konzepte gegeneinander zu testen, testet der Sender ein Konzept doppelt und baut sich per Lead-in-Strategie einen durchgehenden Themenabend: Wer um 20:15 Uhr beim Verzicht mitfiebert, soll um 22:15 Uhr gleich weiterleiden – auf Joyn laufen beide Formate parallel. Produziert wird zwar getrennt – Banijay liefert die Villa, Redseven die Divas –, doch fürs Publikum fühlt sich der Abend an wie aus einem Guss. Ganz nebenbei füttert der Abend die Joyn-Mediathek mit exakt dem Reality-Nachschub, den die Streaming-Strategie von ProSiebenSat.1 gerade dringend braucht.
Trashticker-Einschätzung: Der Doppelabend ist cleverer, als er auf den ersten Blick wirkt – die Zielgruppen überlappen fast vollständig, und Verona Pooth als Versuchungs-Chefin ist der heimliche Casting-Coup des Sommers. Das Risiko liegt in der Monotonie: Wenn die Verzichts-Mechanik nicht zündet, fallen gleich beide Shows. Und zwei Stunden Airfryer-Dilemma plus zwei Stunden Schaumbad-Verzicht könnten selbst hartgesottene Trash-Fans ermüden. Wir tippen: Die Villa läuft, die Divas werden zum Joyn-Fall.