Es gibt Karrierewege, die man vor zehn Jahren nicht auf dem Zettel gehabt hätte – und dann gibt es Raúl Richter. Der Mann, der als Dominik Gundlach jahrelang das saubere Gesicht des GZSZ-Vorabends war, zieht 2026 für „Are You The One – Reality Stars in Love“ nach Thailand, um vor laufender Kamera sein perfektes Match zu finden. Vom Serien-Schwiegersohn zum Matching-Kandidaten: Die Reality-Wende ist komplett.
Das Format funktioniert nach dem bekannten AYTO-Prinzip: Ein Algorithmus und ein Casting-Team haben vorab für jede Person ein „perfect match“ bestimmt, die Kandidatinnen und Kandidaten müssen es im Laufe der Staffel selbst herausfinden – und dabei möglichst wenig Geld verspielen. Moderiert wird die sechste Runde erneut von Sophia Thomalla, die dem Ganzen ihren typisch trockenen Kommentar mitgibt. Ein konkretes Startdatum hat RTL bislang nicht offiziell bestätigt; die Staffel soll dem Vernehmen nach im Sommer auf RTL+ laufen.
Spannend ist vor allem das Umfeld, in dem sich Richter bewegt. Zum Cast zählen laut Promiflash unter anderem Emma Fernlund, Germain Wolf, das „Temptation Island V.I.P.“-Duo Brian und Bennett, Zoe aus der „Forsthaus Rampensau“, Marwin Klute, Julia Römmelt, Daymian Weiß sowie Beauty-&-The-Nerd-Kandidatin Alexandra. Ein Querschnitt durch die deutsche Reality-Landschaft also – vom Datingshow-Routinier bis zum Format-Springer. Genau diese Mischung macht AYTO seit Jahren zur verlässlichsten Verkupplungs-Maschine des Genres: Wer hier reingeht, kennt entweder schon jemanden aus der Szene oder lernt spätestens beim ersten Matching-Abend alle kennen.
Für Richter ist der Schritt konsequenter, als er wirkt. Nach dem GZSZ-Ausstieg 2015 hat er sich in Formaten wie „Let’s Dance“ und diversen Reality-Projekten neu erfunden – der Sprung ins Dating-Fernsehen ist der nächste logische Baustein einer Karriere, die längst nicht mehr am Vorabend hängt.
Trashticker-Einschätzung: Ein Ex-Soap-Star im Perfect-Match-Universum ist genau der Reibungspunkt, von dem AYTO lebt. Richter bringt einen Namen mit, den auch das nicht-eingefleischte Publikum kennt – und damit die Brücke zwischen Vorabend-Nostalgie und Trash-Gegenwart. Ob am Ende die Liebe oder nur die Gage stimmt, ist bei diesem Format ohnehin zweitrangig: Unterhaltsam wird es so oder so.