Kurz vor dem Einzug zieht RTL noch ein schrilles Ass aus dem Ärmel: Julian F. M. Stoeckel, seit „Ich bin ein Star“ 2014 eine der lautesten Stimmen des deutschen Trash-TV, wird gemeinsam mit seinem Partner Marcell Damaschke ins „Sommerhaus der Stars“ nachrücken. Bestätigt wurde das im August von RTL, wenige Wochen vor dem Start – klassisches Nachrücker-Timing, wie es das Format fast jedes Jahr kennt.
Für Stoeckel ist es kein Sprung ins kalte Wasser. Der 39-Jährige hat sich über ein Jahrzehnt als Dauergast durch die Reality-Landschaft gespielt und beherrscht das Spiel mit Pointe und Provokation wie kaum ein anderer. Neu ist die Konstellation: Zum ersten Mal geht er mit Damaschke ins Rennen, mit dem er laut „TV Movie“ seit 2017 liiert ist. Ganz unbeschriebene Blätter sind die beiden als Duo nicht – 2025 standen sie bei „#CoupleChallenge“ gemeinsam vor der Kamera und landeten dort auf Platz fünf.
Nachrücker heißt beim „Sommerhaus“ traditionell: reinrutschen, wenn ein gebuchtes Paar abspringt – und trotzdem voll dazugehören. Die elfte Staffel wird auf einem Bauernhof in Nordrhein-Westfalen gedreht, acht Promi-Paare kämpfen um den Titel „DAS Promipaar 2026″ und 50.000 Euro. Die Konkurrenz ist prominent besetzt, unter anderem mit „K11″-Kommissar Michael Naseband und Nico Legat, dem Sohn von Thorsten Legat. In dieser Runde ist Stoeckel weniger der Sportskanone-Typ als der Eskalations-Katalysator – und genau das dürfte RTL im Sinn gehabt haben.
Dass die Wahl auf Stoeckel fällt, ist dramaturgisch kein Zufall. Das „Sommerhaus“ lebt von Reibung auf engstem Raum, und wenige Reality-Gesichter liefern verlässlicher pointierte Kommentare, spitze Beobachtungen und die Bereitschaft, sich einzumischen, wo andere sich wegducken. Für ein Paar, das noch keine gemeinsame Wettbewerbs-Historie im Format hat, ist die Kombination aus Erfahrung und Unberechenbarkeit ein Pfund – und für die anderen sieben Paare ein Störfaktor, den man auf dem Hof nicht ignorieren kann. Genau diese Mischung buchen Sender, wenn sie ein Nachrücker-Paar mit Wumms suchen statt bloß einen Ersatz.
Wer zuerst schauen will, muss streamen: RTL+ veröffentlicht die Folgen ab 25. August wöchentlich dienstags, während das lineare RTL erst am 8. September nachzieht – der inzwischen übliche Zwei-Wochen-Vorsprung fürs Abo.
Trashticker-Einschätzung: Ein Nachrücker-Paar ist selten nur Lückenfüller. Mit Stoeckel holt sich RTL eine Figur, die Konflikte nicht scheut, sondern kuratiert – und ein Paar, das den Kamera-Ernstfall schon geübt hat. Ob das für die Fans zum Highlight oder zur Nervenprobe wird, entscheidet sich am Küchentisch. Wetten würden wir eher auf Ersteres.