Vier Staffeln hat es gedauert, jetzt ist es passiert: Im Finale von „Die Verräter“ am 26. August auf RTL+ haben zum ersten Mal die Loyalen gewonnen. Ann-Kathrin Bendixen und Peyman Amin teilen sich den Silberschatz von 40.600 Euro – und zwar, ohne dass am Ende noch ein Verräter mit am Tisch saß. Für ein Format, das drei Staffeln lang vor allem eine Lektion in Sachen Misstrauen war, ist das eine kleine Sensation.
Der Weg dahin war teuer erkauft. Die Runde verbannte erst Verräterin Marijke Amado – und dann auch noch Ralph Morgenstern, also einen eigenen Mann. Dass die Loyalen trotz dieses Kollateralschadens durchkamen, lag daran, dass sie den einen richtigen Verdacht rechtzeitig hatten. In den Staffeln davor endete genau dieser Moment regelmäßig damit, dass die Gruppe sich selbst zerlegte und am Ende ein Verräter allein mit dem Schatz dastand. Beim niederländischen Original und in der US-Version zeigt sich dasselbe Muster: Paranoia wächst schneller als Vertrauen, und davon profitiert strukturell immer die kleinere Seite.
Unser Take: Dieser Sieg tut dem Format gut. Solange jede Staffel gleich endet, wird aus einem Spiel ein Ritual – und Rituale schaut man irgendwann nur noch nebenbei. Bendixen und Amin liefern den Beweis, dass die Loyalen-Seite tatsächlich gewinnbar ist, und geben damit allen künftigen Kandidatinnen und Kandidaten ein Argument in die Hand, das der Runde bisher gefehlt hat. Ob RTL daraus für Staffel fünf die richtigen Schlüsse zieht, ist die nächste Frage. Bislang liefen die meisten Regel-Schrauben eher in die andere Richtung.