Es ist offiziell: RTL stellt die Produktion von „Unter uns“ ein. Der Sender bestätigte am Montagvormittag, dass die Dreharbeiten zum Jahresende 2026 auslaufen. Gesendet wird trotzdem noch bis März 2027 – abgedreht ist abgedreht, und die Schillerallee hat genug Folgen auf Halde, um sich in Ruhe zu verabschieden. Ein großes Staffelfinale ist laut Sender geplant.
Die Zahlen dahinter sind selbst für deutsches Fernsehen ungewöhnlich: Seit dem 28. November 1994 sind über 7.850 Folgen entstanden. Isabell Hertel spielt Ute Huber seit Folge 55 – über drei Jahrzehnte in derselben Rolle. RTL-Programmchefin Inga Leschek nennt veränderte wirtschaftliche Bedingungen und ein gewandeltes Nutzungsverhalten als Gründe, betont aber, die Entscheidung falle „alles andere als leicht“. „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Alles was zählt“ bleiben im Programm. Produzent UFA prüft nach eigenen Angaben, ob die Marke in anderer Form weiterleben kann – ein Senderwechsel oder eine Streaming-Fortsetzung wären denkbar, entschieden ist nichts.
Unser Take: Eine abgesetzte Daily ist in Deutschland nie nur eine abgesetzte Daily. Sie ist auch ein Arbeitsmarkt. Vorabendserien sind seit Jahren das Trainingslager des deutschen Reality-TV: Wer jahrelang täglich vor der Kamera stand, kennt Drehpläne, Kameraachsen und die eigene Belastungsgrenze – und genau solche Leute buchen Sommerhaus, Kampf der Realitystars und Co. am liebsten. Wenn Ende 2026 ein komplettes Ensemble frei wird, dürfte das dem Reality-Markt 2027 mehr Nachschub bringen als jede Castingshow. Bitter für die Schillerallee. Praktisch für die Villa.